30jähriges Bestehen des Frauenministeriums in Rheinland-Pfalz

 

Susanne Müller, frauenpolitische Sprechern der SPD Fraktion, nahm  an der Festveranstaltung im Landtag teil. Sie gratuliert und betont die Bedeutung institutionalisierter Frauenpolitik: „Die Gleichstellung ist zwar im Gesetz verankert, aber spiegelt sich vielfach nicht in der Lebenswirklichkeit vieler Frauen wieder. Gerade in der Corona-Krise wurde klar, dass die Sorgearbeit ungleich verteilt ist, dass es oftmals keine Wertschätzung für systemrelevante Berufe gibt/gab oder die Geschlechter immer noch ungleich bezahlt werden. Auch im Bereich der Teilhabe in Politik und Wirtschaft sind trotz des Führungspositionengesetz und mancher Quote Frauen nach wie vor unterrepräsentiert“, so Susanne Müller.

 

Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz zog in ihrer Rede ein kurzes Fazit. Sie benannte das Landessgleichstellungsgesetz von 1995, aber auch die Beratungs- und Hilfeangebote für von Gewalt betroffene Frauen. So wurden in RLP die Beratung für den  beruflichen Wiedereinstieg von Frauen nach einer Familienphase ausgebaut.  Weiterhin sind richtungsweisende Projekte, wie das erfolgreiche Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen „RIGG“  und eine Antisexismuskampagne wichtige Meilensteine. Dennoch konnte auch sie bilanzieren: „Wir müssen trotz aller Erfolge noch sehr viel tun.“ Auch im Hinblick auf die Istanbul-Konvention müssen die Anstrengungen weiter fortgesetzt worden.

Die Einblicke des Landesfrauenbeirates oder von Koordinierungsstellen oder anderen NetzwerkerInnen rundeten den Abend ab und gaben Einblicke in das Erreichte aber auch in die Herausforderungen der Zukunft. Noch immer, so erzählte Frau Dr. Stoll, Filmemacherin und Botschafterin der Kampagne LAUTSTARK, sei das in Medien transportierte Frauenbild seit Jahrzehnten nahezu unverändert.

„Ziel muss es sein“, so Susanne Müller, „eine konsequente, strukturierte und geschlechtergerechte Gleichstellungspolitik zu etablieren. Gleichstellungspolitik und Gleichberechtigung muss in die Mitte gesellschaftspolitischer Debatten eingebracht werden und wird damit zur Querschnittsaufgabe für alle Bereiche. Es geht um Gleichheit und die uneingeschränkte Menschenwürde von Frauen und Männern und die grundlegende Frage, um unser Menschen- und Gesellschaftsbild“, so Susanne Müller.

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