Gemeinsames Gespräch mit dem Kinderschutzbund zu den Folgen der Flutkatastrophe

März 2022

Die Landtagsabgeordnete war zum gemeinsamen Gespräch beim Kinderschutzbund in Bad Neuenahr-Ahrweiler, um  Informationen über die Auswirkungen der Flutkatastrophe auf die tägliche Arbeit des Kinderschutzbundes zu erhalten. Da sie Mitglied im Ausschuss für Familie /Jugend und Verbraucherschutz ist, möchte sie gezielt nachhören und ggf. auch konkret unterstützen.

Frau Ring-Scheel berichtet zunächst von den ersten Wochen und Monaten. Zum Teil waren selbst MitarbeiterInnen von der Flut betroffen, daher musste man sich in den ersten Wochen zunächst einmal orientieren. Zurzeit ist man mit beim „runden Tisch“ der Kreisverwaltung Ahrweiler vertreten und in enger Kooperation mit anderen Netzwerkpartnern.

Die Folgen der Flutkatastrophe sind bei den Kindern und deren Eltern/ Erzieher sehr unterschiedlich, je nach Persönlichkeit und den einzelnen Resilienzfaktoren, aber sicherlich sehr abhängig von der eigenen Betroffenheit in den Flutgebieten. Es ist das klare Ziel, so betonte Frau Ring-Scheel, den Kindern einen Sozialraum zu bieten, in dem gespielt und aufgetankt werden kann, frei von den Problemen und Schwierigkeiten beim Wiederaufbau von eigenen Gebäuden oder dem Flutgebiet. Hier war in den ersten Monaten der Einsatz von Notfallpädagogen nötig, die  in weiteren Seminaren und Qualifizierungen an interessierte Erzieher und Eltern weiter vermittelt werden konnten.

Momentan ist ersichtlich, dass es eine hohe Spendenbereitschaft gäbe und zahlreiche Organisationen ihre Spenden an den Mann/ an die Frau bekommen möchte. Durch die intensive Netzwerkarbeit versuche man nun vor Ort, die entstandenen Bedarfe  über einen längerfristigen Zeitraum zu ermitteln und gemeinsam realisieren. So wurde jetzt z. B. ein Pony in unmittelbarer Nähe angeschafft, um den Kindern auf lange Sicht eine tiergestützte Therapie zu ermöglichen und zu lernen, mit Tieren umzugehen.

Doch auch weitere Freizeitangebote wie Waldnachmittage, gezielte Sommerferienangebote oder Einzelfallhilfen sind bereits vor Ort organisiert und sollen weiter ausgebaut werden.  Es ist geplant in Kooperation mit den Johannitern einen Waldkindergarten aufzubauen, um gerade den von der Flut betroffenen Familien und deren Kindern gezielte Unterstützung und Entlastung zu ermöglichen.

Seitens des Kinderschutzbundes arbeitet man eng mit Traumatherapeuten und anderen AnsprechpartnerInnen der professionellen psychosozialen Versorgung zusammen. Wichtig ist, so waren sich die Landtagsabgeordnete und Frau Ring-Scheel einig, dass die Angebote vor Ort gezielt und gebündelt sind und vor allem die psychische und sozial-emotionale Versorgung von Profis übernommen wird. Es muss klar sein, wer was wo tut, damit die Hilfe effizient organisiert ist und die Hilfe tatsächlich  dort ankommt, wo sie benötigt wird.

Seitens des Kinderschutzprogrammes werden noch weitere Helfer für das Patenprogramm gesucht, um flutbetroffenen Familien zu helfen.

Man schloss das Gespräch mit der klaren Absicht, in einem weiteren vertrauensvollen Austausch zu bleiben, um vor Ort gezielt und rasch auf eventuelle Bedarfe zu reagieren.