MdL Müller trifft Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Wir gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ Rolf Papen

Täglich sind sehr viele Bürgerinnen und Bürger in unserer Region von Bahnlärm unmittelbar betroffen. Vor allem die Gesundheit von Anwohnerinnen und Anwohnern an Bahntrassen kann unter Bahnlärm, Feinstaub oder Erschütterungen leiden. Der regionale Tourismus wird davon berührt, so berichtet Rolf Papen, Vorsitzender der Bürgerinitiative

„Wir gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“, die 2013 in Weißenthurm gegründet wurde, MdL Susanne Müller bei einem Arbeitsgespräch in Oberwinter.

Zwischenzeitlich sind der Bürgerinitiative, die seit 2017 anerkannte Umweltvereinigung in Rheinland-Pfalz ist, die Verbandsgemeinden Weißenthurm und Bad Breisig, die Städte Mülheim-Kärlich, Weißenthurm, Andernach, Bad Breisig, Sinzig und Remagen, sowie die Ortsgemeinde Brohl-Lützing beigetreten.

Rolf Papen berichtet zu Beginn des sehr informativen und für alle Beteiligten sehr erfreulichen Gespräches, dass das enge und kurvenreiche Mittelrheintal mit seinen 160 Jahre alten Bahntrassen, am 15. Juni 2010 seitens der Europäischen Union zum »Europäischen Güterzug-Korridor 1« zwischen den Nordseehäfen Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam und Italien bestimmt wurde, ohne Rücksicht auf die weltweit einzigartige Natur- und Kulturlandschaft!

Damit wurde das Mittelrheintal zwischen Bingen und Bonn zur meistbefahrenen Güterzugtrasse Europas und zur gefährlichsten Güterzugtrasse Deutschlands. Die Folge: Erheblich mehr Lärm, Feinstaub und Erschütterungen sowie zunehmende Sorge wegen der vielen Güterzüge mit Gefahrgut, die mit bis zu 120 Stundenkilometern durch engbebaute Ortskerne und Wohngebiete rasen dürfen.

Hinsichtlich der von der Bürgerinitiative grundsätzlich begrüßten Mobilitätswende ist klar, dass im Mittelrheintal insbesondere der Schienengüterverkehr weiter deutlich zunehmen wird.

Es sind daher folgende drei Ziele, die vorrangig vom Vorstand der Bürgerinitiative in seinem ehrenamtlichen Engagement angestrebt werden:

  1. Deutlich mehr Schutz von Menschen, Natur und Umwelt durch weniger Bahnemissionen und mehr Bahnsicherheit auch im Unteren Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bonn, sowie Erhalt der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft auch für künftige Generationen in unserer Region!  
  1. Geschwindigkeitsreduzierungen im Mittelrheintal bei Ortsdurchfahrten für alle Züge auf maximal 70 km/h, für Güterzüge mit Gefahrgut auf maximal 50 km/h! 
  1. Planung sicherer, leistungsfähiger und umweltverträglicher Güterzug-Neubautrassen deutschlandweit.

Vor diesem Hintergrund erklärte Rolf Papen: „Unter unserem Motto: »Kooperation statt Konfrontation – gemeinsam die Zukunft gestalten« wurde im gemeinsamen Zusammenwirken mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten unserer Region; mit unseren Kommunen und nicht zuletzt mit der Deutschen Bahn schon viel erreicht. Doch es gibt noch viel zu tun. Es kommt jetzt ganz entscheidend darauf an, dass das einzigartige Untere Mittelrheintal in Sachen Bahnlärmschutz unverzüglich die längst überfällige Gleichbehandlung mit dem Welterbe Oberes Mittelrheintal erfährt, denn hier sind mehr Menschen vom Bahnlärm betroffen und es verkehren hier wegen der Moselanbindung deutlich mehr Güterzüge.“

Infolge führte er erneut aus, dass der Tourismus als ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor unserer Region, ganz erheblich unter dem Bahnlärm leidet und er schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis: „Wir alle befürworten die unumgängliche Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Damit die dafür erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen zeitnah im ganzen Unteren Mittelrheintal angegangen werden, ist die engagierte und nachhaltige politische Unterstützung auf Landes- und Bundesebene, durch unsere Landräte und Bürgermeister – mehr noch als bisher – dringend erforderlich. Daher freue ich mich sehr über die Einladung zu dem für unsere Arbeit so wertvollen und wichtigen Gespräch mit Frau MdL Susanne Müller!“

Die Landtagsabgeordnete ergänzt, dass aufgrund der Klimaziele die Bahn in ganz Deutschland zum Rückgrat der Mobilität werden muss – auch im ländlichen Raum. Daher müssen Schieneninfrastruktur und der Bahnbetrieb ausgebaut werden: „Ziel unserer Mobilitätspolitik ist, dass die moderne Verkehrswelt erschwinglich und für alle zugänglich, klimaneutral, schnell und komfortabel ist – unabhängig, ob die Menschen in ländlichen oder in urbanen Räumen leben. Die dafür erforderliche Akzeptanz durch die Bevölkerung wird sich nur einstellen, wenn die Bahnemissionen weiter deutlich gemindert und die Bahnsicherheit gewährleistet wird.“

Die Landtagsabgeordnete wird die Anliegen der Initiative in ihre Netzwerke einspeisen und mit nach Mainz nehmen. Von einem guten Lärmschutz profitieren Anwohner, Innenstädte sowie der (touristische) Betrieb vor Ort, damit kommen diese Anliegen allen zugute.