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Zukunftsfaktor Pflege

Oktober 2022

In der letzten Woche war der Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitales Alexander Schweitzer zu Gast in Remagen (Kulturwerkstatt). Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Susanne Müller (SPD-Fraktion) kamen zahlreiche Menschen zusammen, um sich über die rheinland-pfälzische Pflegepolitik auszutauschen. Die Veranstaltung fand unter dem Stichwort „Zukunftsfaktor Pflege – Leistungsfähige Strukturen, Neue Konzepte“ statt.

Die Landtagsabgeordnete leitete die Veranstaltung ein, indem sie die Bedeutung der Pflege für eine immer älter werdende Gesellschaft betonte. So hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt in Deutschland gegenüber

der 1870er Jahre mehr als verdoppelt. Die Menschen leben statistisch länger, die Gesellschaft wird insgesamt älter. Aufgrund der weiteren Alterung der Gesell­schaft erwarten Prognosen und Voraus­berech­nungen für die nächsten Jahre eine Zunahme der Zahl der Pflege­bedürftigen und weiter steigenden Versorgungs­bedarf. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Pflege weiter an und immer mehr Pflegebedürftige in Heimen machen sich Sorgen über die Bezahlbarkeit ihrer Leistungen.

Der Minister begann mit einem kurzen Impuls zur rheinland-pfälzischen Pflegepolitik. Dabei betrachtete er viele Facetten der Pflege, begonnen bei der häuslichen, über die ambulante bis hin zur stationären Pflege. Auch die Ausbildung des Personals in allen Ebenen bezüglich der Qualität und Quantität wurde thematisiert. Noch immer sei die Pflege weitestgehend weiblich und aufgrund des demografischen Wandels würden die Pflegenden zunehmend älter werden. Rheinland-Pfalz verfüge über ein dichtes Netz von Pflegestützpunkten und mit der neuen generalisierten Pflegeausbildung ist die Ausbildung attraktiver geworden. Das eingeführte Programm der „Gemeindeschwester Plus“ (seit 2015) sei erfolgreich, welches verstetigt und flächendeckend ausgebaut werden soll.

Nach einem kurzen Impuls folgten zahlreiche Fragen der Zuschauer*innen und eine rege Diskussion in der voll besetzten Kulturwerkstatt. Von der Frage der Umstellung der Pflegeversicherung, von einer Teilversicherung zu einer Vollversicherung bis hin zu neuen Wohn- und Pflegeformen oder dem Thema der Nachwuchssicherung. Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Situation des Pflegepersonals, die momentan viel diskutiert ist: Personalknappheit, hohe Belastung, viel Administration und auch der Faktor der Bezahlung spiele an manchen Orten eine große Rolle. Doch auch die unterschiedlichen Einstellungen gegenüber der Arbeit, der Work-Life-Balance und die Erwartungen an die eigene Pflege später oder die Erfahrungen mit dem Altern spielten bei der Diskussion eine Rolle.

Nach 1,5 Stunden endete die Veranstaltung. Es wurde klar, dass Rheinland-Pfalz in Bezug auf die Pflege auf einem guten Weg ist und dass gerade die Fachkräftestrategie mit dazu beitragen kann, durch unterschiedliche Maßnahmenpakete zum Beispiel zur Steigerung der Attraktivität von Beschäftigungsbedingungen beizutragen. 

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